Was ist Gruppentherapie?

Gruppentherapie oder Gruppenpsychotherapie ist eine therapeutische Behandlung in der Gruppe. Sie ist bezüglich der Wirksamkeit gleichwertig mit einer Einzelbehandlung. 

Nach meiner Erfahrung ist Gruppentherapie die vielleicht effizienteste Methode, um Kompetenzen in der sozialen Interaktion zu üben und um verschiedene Problembereiche zu bearbeiten (z.B. soziale Ängste, Selbstunsicherheit, Depressionen und Probleme in sozialen Beziehungen und im Umgang mit sich selbst).

Ablauf

Gruppentherapie im tiefenpsychologischen Setting, wie ich sie praktiziere, findet in gemischten Gruppen von 6-9 Teilnehmern statt. Eine Therapieeinheit dauert 100 Minuten und findet wöchentlich statt. 
„Gemischt“ bedeutet hierbei, dass die Teilnehmer der Gruppe bezüglich der Diagnose, Symptomatik, bezüglich ihrer individuellen Themen aber auch bezüglich Kriterien wie z.B. Alter und Geschlecht gemischt sind. 
Die Gruppe bietet uns durch ihre bunte Mischung, ähnlich wie andere Gruppen (Familie, Arbeitsplatz, Gesellschaft), vielfältige Interaktions- und Erfahrungsmöglichkeiten.

Warum Gruppentherapie?

Ich will Ihnen hier einige Wirkfaktoren oder Wirkungsweisen von Gruppentherapie nennen, welche mir im Verlauf der Jahre immer wieder aufgefallen sind (die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; in der Fachliteratur werden je nach Konzept auch andere Faktoren benannt).

Ich habe Gruppentherapien im Rahmen meiner Weiterbildung sowohl als Teilnehmer als auch als Leiter über viele Jahre kennengelernt und bin vom Therapiekonzept und den Möglichkeiten zur Selbstreflexion und Entwicklung in der Gruppe begeistert. Diese Begeisterung möchte ich hier weitergeben!

  • Eigene Themen, Konflikte, unbewusste Anteile, werden durch die Interaktion in der Gruppe und die Gruppendynamik reaktiviert und hierdurch direkt erlebbar und bearbeitbar gemacht.

 

  • Durch die Interaktionen kommt es zu einer besseren Differenzierung von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Man kann besser verstehen wie man auf andere Menschen wirkt und die Auswirkungen des eigenes Verhaltens auf andere Menschen besser verstehen lernen.

 

  • festgefahrene Themen und Muster, welche sich immer wieder in zwischenmenschlichen Beziehungen zeigen, lassen sich herausarbeiten. Neue Verhaltensweisen können direkt erprobt werden. Dadurch sind auch neue Beziehungserfahrungen direkt möglich.
  • Eigene Themen finden sich auch bei anderen Teilnehmern und können dort indirekt und "stellvertretend" bearbeitet werden. Dies wird meist als sehr entlastend erlebt.


  • Durch die Aktivierung von Emotionen durch andere Teilnehmer kann geübt werden diese Gefühle besser wahrzunehmen und zu regulieren. 


  • Die eigene Kommunikationskompetenz, Selbstsicherheit und soziale Kompetenz kann reflektiert und geübt werden.


  • Die Toleranz gegenüber Verschiedenheiten in der Gruppe kann gefördert werden, und damit auch das Erleben von Akzeptanz der eigenen Individualität in der Gruppe.